Neueste Beiträge
Für viele Kinder ist das Fahrradfahren Lernen ein großer und wichtiger Entwicklungsschritt, das gilt auch für Kinder mit höherem Förderbedarf. Radfahren kann helfen, Selbstvertrauen aufzubauen und die eigene Bewegungsfreude auszuleben.
Der Erwerb von Radfahrkompetenzen ist nicht bei jedem Kind gleich schnell, bei sehr vorsichtigen oder ängstlichen Kindern oder bei Kindern mit körperlichen, kognitiven, sensorischen oder motorischen Herausforderungen kann es manchmal länger dauern, darum sind manchmal individuelle Anpassungen, mehr Unterstützung und Geduld notwendig. Wichtig ist, die Fähigkeiten des Kindes in den Mittelpunkt des Lernprozesses zu stellen, so lernen manche Kinder das Gleichgewicht-halten-können erst sehr viel später, andere haben Schwierigkeiten mit ihrer Aufmerksamkeit, ihrer motorischen Koordination oder der Reizverarbeitung. Manchmal braucht es auch technische Unterstützung oder alternative Fahrradmodelle.
Das Mannheimer Projekt „Trike Days“[1] widmet sich genau diesen Herausforderungen und wurde dafür mit dem Verkehrspräventionspreis Baden-Würtemberg 2025 ausgezeichnet. Hier haben Kinder mit besonderem Förderbedarf die Möglichkeit, in geschütztem Rahmen ein ganzes Wochenende lang gemeinsam mit ihrem Familien das Fahren mit dreirädrigen Fahrzeugen, sogenannten Trikes, zu erlernen. Neben dem Erwerb neuer Fähigkeiten und einem Stück Selbstermächtigung entstehen derart auch neue Freundschaften und soziale Beziehungen.
Wenn Sie ähnliche Projekte auch in Österreich kennen, so lassen Sie es uns gerne wissen!
[1] Tschürtz A. Mobilität kennt kein Handicap. In: mobil & sicher – Verkehrswachtmagazin 2/2026
Unsere Tipps für Sie:
- Nicht jedes Kind kann mit einem klassischen Fahrrad sicher fahren lernen. Heute gibt es viele Möglichkeiten wie Laufräder, Dreiräder, Therapieräder, Tandems etc., die das Fahrvergnügen auf einem „Drahtesel“ ermöglichen oder erleichtern. Die Wahl des Fahrzeugs muss zu den Bedürfnissen des Kindes passen und nicht umgekehrt.
- Kinder mit Konzentrationsschwierigkeiten oder sensorischen Besonderheiten profitieren besonders von wenig Verkehr, wenig Lärm und klaren Situationen. Wählen Sie darum gut geeignete Übungsorte aus.
- Kinder mit Förderbedarf benötigen mehr Wiederholungen und klar strukturierte Lernschritte. Druck oder Vergleiche mit anderen Kindern helfen selten weiter. Gestalten Sie den Lernprozess spielerisch und aufgeteilt in kleine Übungseinheiten, so dass Ihr Kind mit seiner Aufmerksamkeit bei der Sache bleibt und Spaß am Erlernen neuer Kompetenzen hat.
- Vergessen Sie auch nicht, Ihrem Kind positives Feedback zu geben, so bestärken Sie es am besten, weitere Lernschritte in Angriff zu nehmen.