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Bereits ab der frühen Kindheit eignen sich Kinder durch die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Materialien und Spielmöglichkeiten die Welt an[1]. Für die Mobilitätsbildung bedeutet das: Jedes neue Bauprojekt stärkt nicht nur Feinmotorik und räumliches Vorstellungsvermögen, sondern legt auch die Grundlagen für Verkehrssicherheit und selbstständige Mobilität z.B. auf dem Schulweg.

Bezug zur Verkehrssicherheit im Alltag:

Feinmotorik und Hand-Auge-Koordination: Beim etwas Zusammenstecken, Einfädeln, Drehen oder Übereinanderstapeln trainieren Kinder ihre Feinmotorik und Griffkoordination durch das Erlernen der Hand-Auge Koordination. Eine gute Feinmotorik ist essenziel, um weitere Bewegungsabläufe erlernen zu können wie z.B. das Greifen und Fangen eines Balles, das Halten eines Stiftes bis hin zur richtigen Handstellung am Fahrradlenker mit Handbremse.

Räumliches Vorstellungsvermögen: Wer Entfernungen gut einschätzen kann, trifft sichere Entscheidungen. Das Bauen mit und ohne Bauanleitungen, das Vorwegdenken, wie Teile genau zusammenpassen sowie das Erleben wie z.B. ein Turm gebaut werden muss, damit er nicht umfällt, schärft die Fähigkeit, Entfernungen, Größenverhältnisse und Richtungen zu visualisieren. Durch Bau- und Konstruktionsspiele können Kinder den „Raum“ erfassen, sie lernen, was Begriffe wie „oben, unten, vorne, hinten, seitlich, nah, fern etc.“ bedeuten und sich im Raum nach diesen Begriffen zu bewegen.

Dadurch wird auch das räumliche Vorstellungsvermögen trainiert, welches zum Beispiel für Orientierung im Straßenraum relevant ist.

[1] Mitterbaur A. (2026). Schwerkraft, Statik und Stabilität. Lern- und Entwicklungsprozesse im Spiel begleiten. Unsere Kinder, 2/2026, S. 4-7.
Mehrere bunte Bauklötze sind zu einem hohen Turm gestapelt.

Glühbirne

Unsere Tipps für Sie – Beispiele für konkrete Spielideen:

Kugelbahn oder Murmelbahn: Kinder beobachten, wie Kugeln durch verschiedene Bahnen rollen, stoppen oder beschleunigen. Der Zusammenhang von Ursache und Wirkung kann beobachtet werden. Fragen wie „Wie würdest du die Kugelbahn bauen, damit die Kugel schneller/langsamer… rollt?“ können Kinder dabei helfen, Bewegungsabläufe vorausdenken zu lernen.

Bausteine bzw. Materialien, die zum Stapeln von Türmen etc. anregen: verschiedene Materialien eignen sich unterschiedlich dafür, schwerere Bausteine bzw. Bausteine mit größerer Grundfläche lassen sich leichter stapeln als sehr leichte, kleine. Gemeinsam kann man diese Erkenntnisse reflektieren. Das Erleben von Selbstwirksamkeit und Kompetenz kann gestärkt werden, Eigenschaften, die auch im Verkehrsraum eine tragende Rolle spielen.

Konstruktionsspiele wie z.B. mit Legobausteinen: Durch Geduld und wiederholtes Üben von Bewegungsabläufen wird das Erleben von Ausdauer und Erfolg gefördert. Umgekehrt fördern Misserfolge die Impulskontrolle.

Legespiele: Wie z.B. Memory oder andere Karten- oder Legematerialien helfen Kindern, räumliche Beziehungen und Richtungsvorstellungen zu verankern. Die Merkfähigkeit und das Arbeitsgedächtnis können dadurch verbessert werden.

Es ist wichtig, dass Kinder im geschützten Raum ihre eigenen Erfahrungen machen können. Darum sind Fragen, die Sie an Ihr Kind stellen, besser geeignet, als sie im gemeinsamen Spiel zu instruieren. Eine fördernde Spielumgebung profitiert von einer Kultur des Fragestellens. Eltern, Erziehende und Pädagog:innen können mit offenen Fragen Entwicklungsprozesse in Gang bringen und Kinder zum Forschen und Entdecken und somit auch Erlernen anregen.

Titelbild: © Martin Nußbaum 
Turmfoto: © sicher unterwegs