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Für viele Kinder ist das Fahrrad weit mehr als ein Freizeitgerät. Es ermöglicht selbstständige Mobilität, fördert Bewegung und kann später auch eine wichtige Rolle am Schulweg spielen. Neue Daten zeigen nun erstmals, wie Kinder das Radfahren erleben und welche Voraussetzungen sie brauchen, um das Fahrrad regelmäßig und sicher zu nutzen.
Mit dem Fahrrad-Monitor 2025[1] wurden erstmals Kinder zwischen sechs und 13 Jahren sowie deren Eltern in Deutschland repräsentativ befragt. Die Ergebnisse machen deutlich, wie wichtig die Perspektive von Kindern für die Verkehrsplanung ist.
Die Mehrheit der befragten Kinder fährt regelmäßig Rad: 64 Prozent nutzen das Fahrrad täglich oder mehrmals pro Woche. Damit liegt die Nutzung deutlich über jener der Gesamtbevölkerung. Gleichzeitig zeigt die Studie aber auch, dass das Fahrrad vor allem für Freizeitaktivitäten verwendet wird. Nur rund ein Drittel der radfahrenden Kinder nutzt das Fahrrad für den Weg zur Schule oder in die Betreuungseinrichtung.
Die Gründe dafür nennen die Kinder selbst sehr klar: Zu viel Verkehr, fehlende Radwege sowie Baustellen oder schlechte Wegoberflächen werden als wesentliche Hindernisse wahrgenommen. Kinder wünschen sich sichere und übersichtliche Verkehrswege, auf denen sie sich selbstständig bewegen können.
Besonders interessant ist ein weiteres Ergebnis der Studie: Der Zeitpunkt, zu dem Kinder das Radfahren erlernen, hat einen langfristigen Einfluss auf ihr Mobilitätsverhalten. Kinder, die bereits im Alter von zwei bis drei Jahren mit dem Erlernen des Radfahrens begonnen haben, nutzen das Fahrrad im späteren Kindesalter deutlich häufiger als Kinder, die erst mit acht Jahren oder später damit beginnen. Früh erworbene Radfahrkompetenzen können somit eine wichtige Grundlage für eine aktive und selbstständige Mobilität bilden.
[1] Bundesministerium für Verkehr (BMV). (2025). Fahrrad-Monitor 2025: Wie Kinder, Jugendliche und Erwachsene Radfahren erleben. https://www.bmv.de/SharedDocs/DE/Artikel/StV/Radverkehr/fahrradmonitor.html

Gerade in den Monaten vor dem Schuleintritt oder vor dem Wechsel in eine neue Schulstufe bietet sich daher die Gelegenheit, grundlegende Radfahrfertigkeiten zu fördern. Dabei geht es zunächst nicht um das Fahren im Straßenverkehr, sondern um das sichere Beherrschen des Fahrrades: Anfahren, Bremsen, Gleichgewicht halten, Kurven fahren und das Einschätzen der eigenen Fähigkeiten.
Kinder lernen unterschiedlich schnell. Manche benötigen mehr Zeit, mehr Wiederholungen oder individuelle Unterstützung. Entscheidend ist, dass das Lernen altersgerecht erfolgt und positive Erfahrungen ermöglicht. So können Selbstvertrauen und Freude an der Bewegung entstehen. Beides sind wichtige Voraussetzungen für eine sichere Teilnahme am Verkehr.
Unsere Tipps für Sie:
- Beginnen Sie möglichst früh mit altersgerechten Bewegungs- und Gleichgewichtsübungen, beispielsweise mit Laufrädern oder anderen geeigneten Fahrzeugen.
- Wählen Sie für die ersten Fahrversuche verkehrsarme und übersichtliche Übungsorte aus.
- Achten Sie darauf, dass das Fahrrad zur Körpergröße und zu den Fähigkeiten Ihres Kindes passt.
- Üben Sie regelmäßig in kurzen Einheiten. Viele kleine Erfolgserlebnisse fördern die Motivation stärker als lange Übungsphasen. Tipps für Übungen zum Radfahren lernen finden Sie hier.
- Loben Sie Fortschritte und geben Sie Ihrem Kind ausreichend Zeit, neue Fähigkeiten zu entwickeln.
- Überprüfen Sie vor jeder Fahrt den korrekten Sitz des Helmes.
- Denken Sie daran: Sichere Radfahrkompetenzen sind eine wichtige Grundlage für selbstständige Mobilität und können langfristig zu einem sicheren und aktiven Schulweg beitragen.