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In der neuen Mobilitäts-App „Siehst du wirklich, was ich sehe?“ werden anhand unterschiedlicher Perspektiven von Verkehrsteilnehmer:innen mögliche Gefahren in Video- und Bildmaterial anschaulich gezeigt.  Es wird sowohl auf mögliche Gefahrensituationen hingewiesen als auch das richtige Verhalten gezeigt.

Abbildung 1 zeigt die Ausgangssituation eines radfahrenden Mädchens an einer Kreuzung, die es queren möchte.

Abbildung 1 zeigt die Ausgangssituation eines radfahrenden Mädchens an einer Kreuzung, die es queren möchte.
Abbildung 1: Ausgangssituation des radfahrenden Mädchens

In Abbildung 2 wird dieselbe Verkehrssituation aus der Perspektive des Motorradfahrers gezeigt. Hier wird erst der Lkw neben dem fahrradfahrenden Mädchen sichtbar, aus der Perspektive des Kindes war er nicht zu sehen. Das Mädchen müsse einen Schulterblick nach hinten durchführen, um den Lkw wahrzunehmen.

Abbildung 2 zeigt eine Verkehrssituation aus der Perspektive des Motorradfahrers. Der Lkw neben dem radfahrenden Mädchen (links des Motorradfahrers) ist für dieses erst durch einen Schulterblick nach hinten sichtbar.
Abbildung 2: Ausgangssituation des Motorradfahrers. 

In Abbildung 3 wird die Perspektive des radfahrenden Kindes mittels drehendem Kopf nach links und rechts im Verkehrsgeschehen an den drei Kreuzungsarmen gezeigt. Die Pfeile kennzeichnen die  wahrzunehmenden verkehrsrelevanten Details. Der Lkw ist nicht im Blickfeld des Kindes.

Das Bild zeigt die Perspektive des radfahrenden Mädchens mit Markierungen verkehrsrelevanter Details.
Abbildung 3: Perspektive des radfahrenden Mädchens mit Markierung verkehrsrelevanter Details

In dieser Verkehrssituation ergeben sich für das radfahrende Kind gleich mehrere mögliche Unfallrisiken, die es zu beachten und durch geeignete Maßnahmen zu verringern gilt.

Eingeschränkte Sicht durch den Lkw

Der Lkw neben dem radfahrenden Kind kann die Sicht auf den linken Kreuzungsarm verdecken, was zu einer erhöhten Gefährdung beim Überqueren der Kreuzung führen kann.

Abbiegeunfall / Toter-Winkel-Unfall

Wenn der Lkw-Fahrer nach rechts abbiegt, kann es zu einer Kollision mit dem radfahrenden Mädchen kommen, weil dieses sich im toten Winkel des LKWs befindet.

Achtsamkeit auf Motorradfahrer und Autofahrerin

Das radfahrende Mädchen muss darauf achten, dass sowohl der Motorradfahrer auf dem rechten Kreuzungsarm als auch die Autofahrerin auf dem linken Kreuzungsarm die Kreuzung überqueren oder abbiegen könnten.

Achtsamkeit auf Fußgänger:innen auf dem Gehsteig

Die Fußgänger:innen auf dem Gehsteig müssen beim Annähern an den Zebrastreifen die Radfahranlage überqueren. Insbesondere durch die entwicklungsbedingte Sichteinschränkung der Kinder könnte es zu einer Kollision in unmittelbarer Nähe des Zebrastreifens kommen.

Achtsamkeit auf die Mopedfahrerin

Das radfahrende Mädchen muss darauf achten, dass die Mopedfahrerin auf der Gegenfahrbahn links abbiegen und es dabei übersehen könnte.

Glühbirne

Unsere Tipps für Sie:

Achtsamkeit und Verkehrsbeobachtung

Abbildung 3 verdeutlicht durch die Pfeile, worauf es warum zu achten gilt und sensibilisiert für die Komplexität der Fahrbahnquerung an einer scheinbar einfachen Kreuzung. Sie verdeutlicht, dass Verkehrssinnbildung und die Entwicklung eines Gefahrenbewusstseins Zeit und Übung brauchen.

Erklären Sie Ihrem Kind immer wieder, warum es so wichtig ist, mit der ganzen Aufmerksamkeit bei der Verkehrssituation zu sein, um mögliche Gefahren frühzeitig erkennen zu können und warum es so gefährlich ist, abgelenkt zu sein.

Ein ausreichender Sicherheitsabstand zum Lkw ist einzuhalten, besprechen Sie mit Ihrem Kind  die Sichteinschränkung des Lkw-Fahrers, besonders im Falle eines Rechtsabbiegemanövers, besser bekannt unter dem „toten Winkel.

Bilder: © Mag. Alek Kawka / sicher unterwegs